Aber erst einmal müssen wir ankommen. Der Weg
nach Oybin führte uns über Bautzen. Bautzen (sorbisch Budysin) ist das kulturelle Zentrum
der sorbischen Volksgruppe in der Oberlausitz mit dem Sitz der Domowina (sorbisches Parlament).
Die über 1000 Jahre alte Stadt auf einem
Granitplateau mit schroffem Abfall zur Spree besitzt mit ihren
Mauern und Türmen eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtbilder in Sachsen.
Etliche Giebelhäuser im Barockstil geben der Altstadt einreizvolles Gepräge. All dieses wurde uns in
einer Stadtführung eindrucksvoll näher gebracht.
Am frühen Nachmittag waren wir dann in Oybin im
Zittauer Gebirge. Der Ort wird dominiert von einer Burg und einem Kloster (leider nicht mehr
vollständig erhalten). Die Anlage steht auf dem 513 m hohen Kegelstumpf des Oybinfelsen, der der
Namensgeber des Ortes ist.
Bereits im 13. Jh. Stand hier eine Burg, die unter Karl IV. weiter
ausgebaut wurde. Ein Klosterbau für Cölestinermöncheaus Avignon folgte. Ein Blitzschlag und ein
Felssturz im 16. bzw. 17. Jh. machten Burg und Kloster zur Ruine. Bemerkenswert sind auch hier
die typisch Oberlausitzer Umgebindehäuser.
Unsere Unterkunft am Rande von Oybin unmittelbar
an einem herrlichen Wald war das Hotel „Haus Hubertus“, ein ehemaliges Erholungsheim der
Zollverwaltung. Ich glaube, alle Kollegen sind in demaus 50 Zimmern bestehenden Haus gut
untergekommen. Vielleicht war das Zimmer mit der Nummer 47 nicht ganz so komfortabel wie die anderen
Zimmer.
Am Abend des ersten Tages – nach einem
exzellenten 3-Gänge Menü – trat dann der oben erwähnte Alleinunterhalter auf. Es war bewundernswert was
eine Person mit Musik, Verkleidung und Mimik alles darstellen kann, so zum Beispiel einen
Feuerwehrhauptmann mit Pauke, einen Schotten mit Dudelsack, J.v.d. Lippe und einen Sumoringer.
Ein gelungener Abend, der stimmungsvoll mit einer Polonäse endete.
Am zweiten Tag nahm die Mehrheit der Teilnehmer
an einer Busrundfahrt durch das Zittauer Gebirge teil. Eine kleine Gruppe zog es vor, zum 749 m
hohen Hochwald und weiter in Richtung Töpfer zu wandern.
Die Busfahrt ging bei überwiegend sonnigem
Wetter und ausführlichen Erläuterungen des Reiseführers quer durch das Gebirge mit den schön gelegenen
Orten wie Lückendorf, Olbersdorf und Jonsdorf. In Bertsdorf hatten wir Gelegenheit,
die Ankunft eines Dampfzuges der Zittauer Schmalspurbahn zu beobachten. Diese Bahn fährt unter dem Motto
„mit Dampf ins Gebirge“ von Zittau über Bertsdorf nach Jonsdorf bzw. Oybin und
zurück.
Auch in Zittau wurde eine Pause eingelegt. Die
vom Böhmenkönig Ottokar I. um 1238 gegründete und 1255 befestigte Stadt trat 1346 dem Oberlausitzer Sechsstädtebund bei. Ein kleiner Rundgang ging über den Marstall, dem Rathaus (Baupläne
von Karl Friedrich Schinkel) mit Markplatz zur klassizistischen Johanniskirche.
Im Laufe der Rundfahrt wurde auch eine alt
eingesessene Frottéwarenfabrik besucht. Ich glaube der Umsatz war ganz gut.
Der krönende Abschluss des Tages war ein
traditioneller Hubertus-Abend. Nach eindrucksvoller Jagdhörnermusik und Gedichten wurde das Büffet
eröffnet, dessen Mittelpunkt ein exquisit zubereiteter Wildscheinbraten war. Während des ganzen Abends
wurden wir mit schöner Lifemusik unterhalten, die auch zum Tanzen animierte. Es wurde ein
langer „Tag“.
Am 11. Januar traten wir nach einem freien
Vormittag und einem leichten Mittagessen – übrigens die Fässer mit dem „Schwarzer Steiger“ waren
leer – die Rückfahrt an. Eine herrliche Fahrt, wo man gegen 16 Uhr auf der linken Seite einen
fantastischen Sonnenuntergang beobachten konnte, während auf der rechten Seite gerade der Vollmond über
den Horizont kam. Einmalig!
Ich möchte mich bei allen bedanken, den
Organisatoren, den Helfern, den Busfahrern, den Fremdenführern, dem Sponsor, dem „Wetter“ und nicht zuletzt den
Angehörigen des Hotels Hubertus.
Sie alle haben zum Gelingen dieser schönen Reise
beigetragen.
Ich denke, es ist nicht übertrieben zu
behaupten, dass die Reise nach Oybin ein voller Erfolg war.
Zoll ist eben toll !!!